Anton Graf

Schlossergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1899    † 1943

 

Lebenslauf

Anton Graf wurde am 14.6.1899 in Braunau (Oberösterreich) geboren. Er arbeitete als Schlossergehilfe und war Mitglied der Revolutionären Sozialisten.

Organisator einer Widerstandsgruppe in Salzburg

Anton Graf organisierte eine Widerstandsgruppe in Salzburg.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Anton Graf wurde am 3. 4. 1942 verhaftet und am 8. 4. 1943 in München zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung erfolgte am 21.7.1943 im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Spätestens im November 1939 erfuhr der Angeklagte von dem Bestehen einer Gruppe der RS in Salzburg. Er erklärte dem Leiter dieser Gruppe, Engelbert Weiß, gegenüber seinen Beitritt und zahlte sodann bis Dezember 1941 regelmäßig einen Monatsbeitrag von 1. – RM. (…) Der Angeklagte ist nach Art und Umfang seiner Tätigkeit als ein maßgebender Funktionär der RSÖ anzusehen. Ohne seine Vermittlung wäre eine Verbindung zwischen den Stützpunkten der RSÖ in Salzburg, Wien, München, Augsburg und Wörgl kaum zustande gekommen. (…) Für ihn ist deshalb in der deutschen Volksgemeinschaft kein Platz mehr.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Porträtbild und Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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